Trinkwasser in Deutschland zu teuer?
Urlaubserlebnisse
Nach langer Autofahrt und vielen Kilometern Stau auf der Autobahn waren wir endlich an unserem Urlaubsziel angekommen. Sonne und Meer ließen unsere Laune gleich viel besser werden. Jetzt fehlte uns nur noch eine gute Tasse Kaffee. Also Wasser in die Kaffeemaschine und los. Doch Stopp, das Wasser riecht und schmeckt ja nach Chlor. Was tun? Ein übrig gebliebener Rest Mineralwasser von unserem Reiseproviant hilft uns aus der „Not“.
Gleich am nächsten Tag zogen wir los, um uns mit Trinkwasser zu versorgen. Im Supermarkt fanden wir frisches Wasser in Fünf-Liter-Gallonen, die für 17 Kuna (umgerechnet 2,30 €) verkauft wurden. Jetzt konnte uns nichts mehr passieren.
Zum Mittagessen sollte es dann Spaghetti Bolognese geben. Also Wasser in den Topf, halt Stopp, doch nicht das chlorhaltige Wasser aus dem Hahn. Mit 2,5 Liter Wasser aus der Gallone kochten wir die Nudeln, die dann auch wie zu Hause schmeckten. Selbst beim Zähneputzen und Duschen vermissten wir unser Trinkwasser. Im Verlauf unseres Urlaubs mussten wir noch einige Gallonen Trinkwasser besorgen und dafür einige Kunas ausgeben.
Hochgerechnet auf ein Jahr würde uns das reine Trinkwasser in unserem Urlaubsland 280 € kosten und müsste auch noch zusätzlich beschafft werden. Wie ist es Ihnen in Mallorca, Teneriffa, Türkei, Frankreich, Spanien … ergangen?
In Blieskastel fließt das frische und saubere Trinkwasser ohne Chlor direkt aus der Leitung. Es wird nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen, Waschen, Duschen und Bewässern genutzt. Eine vierköpfige Familie benötigt beispielsweise etwa 130 Kubikmeter Wasser im Jahr und bezahlt dafür nur rund 240 €.
Ich frage mich deshalb, ist Trinkwasser in Deutschland wirklich teuer, wie in der Saarbrücker Zeitung am 25. August 2005 berichtet wurde oder werden hier Äpfel mit Birnen, also Trinkwasser mit chlorhaltigem Waschwasser verglichen.
Ihr Bernhard Wendel, Geschäftsführer Stadtwerke Bliestal GmbH

